Fallgeschichten
Carlos und Petro
Carlos und Petro sind zwei knapp sechsjährige Kater, die aus Griechenland
stammen. Ihre Besitzerin hatte sie während des Urlaubes in einer Mülltonne gefunden (damals waren sie erst ca. 10 Tage alt ! ) und mit nach Deutschland
gebracht. Beide hatten sich gut eingelebt und waren aber allem Fremden gegenüber ziemlich zurückhaltend und ängstlich.
Die Besitzerin meldete sich bei mir, da die beiden Kater sich seit ca. einem Jahr nicht mehr vertragen hatten und es immer häufiger zu Raufereien kam. Diese waren teilweise so heftig, das schon Blut geflossen war. Die Besitzerin war berufstätig und hatte keine ruhige Minute mehr, wenn die beiden alleine Zuhause waren. Aus diesem Grund hatte sie die Kater in den letzten Wochen, wenn sie zur Arbeit ging, in getrennte Zimmer gesperrt. Das war natürlich keine Lösung auf Dauer und sobald die beiden wieder die Gelegenheit hatten, kam es zur nächsten Rauferei. Im Gespräch ergab sich dann, dass Carlos auch bedingt durch seine Krankheit ( er hat Diabetes) immer wieder ziemlich unter Stress stand und die Rangfolge der beiden Kater untereinander nicht mehr klar geregelt war. Der Auslöser für die erste heftige Rauferei war ein lautes Geräusch. Beide Kater waren in der Küche, als eine Pfanne laut scheppernd zu Boden fiel und sich Carlos furchtbar erschrocken hatte. Diese Situation nutzte Petro aus, um zu versuchen, die Rangfolge neu festzulegen. Seit diesem Tag war das Verhältnis der beiden Kater äußerst gespannt. Wir begannen mit einer Bachblütentherapie und jeder Kater bekam seine individuelle Mischung, die auf den jeweiligen Charakter und das Problemverhalten des Tieres abgestimmt ist. Außerdem mußte die Besitzerin lernen ihr Verhalten umzustellen und bei Raufereien gelassen und souverän zu bleiben. Jedes hektisches „Dazwischengehen“ mit lautem Schimpfen oder Schreien heizt so eine Situation noch zusätzlich an. Woche für Woche merkte man kleine Fortschritte im Verhalten von Petro und Carlos und nach einiger Zeit war es den beiden wieder möglich aneinander vorbeizulaufen ohne sich gleich in die Haare zu bekommen. Nach ein paar Monaten konsequenter Therapie waren aus den Streithähnen wieder Katzen-Freunde geworden. Wie mir die Besitzerin vor einer Weile glücklich mitteilte, ist bei Carlos seine Diabetes und seine hohe Anfälligkeit für Infekte vollständig verschwunden. Die Tierärztin, die ihn seit langem betreut, steht vor einem Rätsel. Inwieweit dieses kleine Wunder in direktem Zusammenhang mit der Bachblütentherapie steht kann man natürlich nicht beweisen. Fest steht aber, dass Körper und Seele untrennbar miteinander verbunden sind...
Kitty
Kitty ist eine neunjährige Hauskatze, die auf einem Bauernhof geboren wurde. In den ersten zwei Monaten wuchs sie versteckt und ohne Kontakt zu Menschen auf. Sie wurde von einer Familie aufgenommen, lebt als Wohnungskatze und hatte sich im Großen und Ganzen problemlos eingelebt. Sie ist mehr ein Einzelgänger und gegenüber allem Fremden und allem Neuen, sehr scheu und ängstlich.
Das Problem mit Kitty bestand darin, daß sie vor ca. fünf Jahren begonnen hat, wahllos ihren Urin abzusetzen. Anfangs nur gelegentlich, seit ca. zwei Jahren fast täglich 1-2 x und zwar auf alles, was ihr in den Sinn kam wie Bett, Sofa, Boden, Läufer, Wäsche usw. Nach einigen Monaten setzte sie auch ihren Kot in der Wohnung ab. Sie hatte sich auch immer mehr zurückgezogen und wurde teilweise aggressiv gegenüber dem Mann in der Familie.
Auslöser war damals vermutlich der „Besuch“ fremder Katzen auf dem Balkon. Zudem kam nach einiger Zeit noch ein Kater in die Familie und die Situation verschlimmerte sich kontinuierlich. Es wurden mehrere Katzenklos aufgestellt, die Wohnungseinrichtung wie Bett oder Sofa mit wasserdichtem Material überzogen. Man versuchte es mit Schimpfen und „Nase reindrücken" (was das Problem allerdings noch verschlimmert hat). Von homöopathischen Mitteln, die vorübergehend leichte Besserung brachten, bis hin zu Beruhigungsmitteln vom Tierarzt, wurden ausprobiert. Sie waren aber für dieses Problem natürlich auch keine Lösung.
Die Familie war mit ihren Nerven ziemlich am Ende und ich rechne ihnen wirklich hoch an, daß sie das alles so lange Zeit mitgemacht haben.
Ziel war es nun, mit Hilfe der Bachblüten und sonstigen Maßnahmen, Kitty mehr Selbstvertrauen zu geben, ihre Angst und Skepsis gegenüber allem Fremden und Neuen zu mildern und ihr die große innere Anspannung zu nehmen.
Wir begannen mit einer Bachblütentherapie. Anfangs bekam Kitty auch noch ein Vitamin-B-Komplex-Präperat gegen den Streß, in dem sie sich befand. Weitere Maßnahmen wie das Unterlassen von Schimpfen sondern Ignorieren, wenn was „passiert“ ist, regelmäßige Spielesitzungen usw. vervollständigten den Therapieplan.
Die Familie befolgte alles sehr genau und es dauerte nicht lange bis Kitty auf die Therapie ansprach. Sie wurde wieder zugänglicher und ausgeglichener, legte sich abends auch mal wieder mit auf das Sofa und vor allem das Pinkeln und Koten ließ allmählich aber konstant nach.
Nach ca. 5 Monaten Behandlung hat sich das Problem der Unsauberkeit nach Aussagen der Besitzer um 95 % reduziert. Nur ab und zu passiert noch ein Ausrutscher, wenn z.B. vergessen wurde die Badematte wegzuräumen. (Ein absolutes „Lieblingsobjekt“ unsauberer Katzen), Kitty ist wieder zugänglich und sucht die Nähe ihrer Familie, sie zieht sich nicht mehr dauernd zurück sondern begrüßt ihre Familie beim Nachhausekommen. Sie ist viel entspannter und ausgeglichen. Kitty ist wieder ein glückliches Familienmitglied !
Macho
Macho ist ein ca. 14 Jahre alter Kater. Er wurde leider vor einiger Zeit durch den Tod seines Frauchens zu einem „Straßenkater“ und fand glücklicherweise einem Futterplatz, der von der Katzenhilfe betreut wurde. Als dieser Platz aufgelöst wurde kam Macho für kurze Zeit zu einem Tierarzt in Pflege und wurde von dort an eine älteren Dame vermittelt. Schon auf der Pflegestelle hatte sich Macho sehr zurückgezogen und wenig gefressen. Als er dann bei seiner neuen Besitzerin nur hinter dem Sofa oder in der Kratzbaumhöhle lag und sich nicht streicheln ließ, hatte ihn die Frau mit der Zeit vermutlich doch zu sehr bedrängt und er begann aggressiv und unsauber zu werden. Macho kam dann auf eine Pflegestelle der Katzenhilfe. Dort lebte er im „Katzenzimmer“ tagsüber nur in der Kratzbaumhöhle und kam höchstens nachts, wenn er sich sicher fühlte raus, um auf den Balkon zu gehen. Seit einiger Zeit hatte er auch nur noch in der Höhle gefressen.
Der Schock über den Verlust seines Frauchens und seines vertrauten Zuhauses, das plötzliche „auf sich allein gestellt sein“ auf der Straße usw. hatten ihn sehr scheu und ängstlich gemacht und er hatte sich total von der Außenwelt zurückgezogen und aufgegeben.
Wir begannen mit einer Bachblütentherapie, die ihm helfen sollte wieder Vertrauen zu fassen und ihn aus seiner Isolation zu holen. Er reagierte sehr gut auf diese Blütenmischung und schon nach kurzer Zeit begann er auch tagsüber seine Höhle zu verlassen. Nach einiger Zeit traute er sich ins Wohnzimmer, um dort hinter dem Sofa zu schlafen und nachts auf einer Kuscheldecke vor dem Schlafzimmer seiner „Pflegeeltern“. Er wurde immer zutraulicher und ließ sich mit der Zeit sogar streicheln. Macho konnte dann schließlich zu einer jungen Frau vermittelt werden und genießt dort jetzt seinen Lebensabend.
Ich habe vor kurzem mit der neuen Besitzerin Kontakt aufgenommen und erfahren, dass Macho jetzt Muffel heißt und er sich in seinem neuen Zuhause sehr wohlfühlt. Sein Frauchen ist ganz vernarrt in ihn und er hat sich zu einem richtigen Schmusekater entwickelt. Vor allem aber liebt er es im Bett oder auf seinem schönen sonnigen Platz dem Balkon ein Schläfchen zu halten und es sich so richtig gutgehen zu lassen.
